Nur Tina Förster und Kathrin Steppe bestritten alle Partien
Am Ende Platz 2 belegt
von Stefan Drößiger
Das Team

Saisonrückblick Frauen Saison 2008/2009


 

Mit einem großen Kader (20 Spielerinnen) startete die Damenmannschaft des FV Gera Süd in die Saison 2008/2009, um das Ziel Staffelmeisterschaft in Angriff zu nehmen. Das es am Ende nichts wurde, ist auf die fehlende Konstanz in Leistungsbereich, Sperren und das arbeitsbedingte Fehlen der Stammkräfte (die manchmal nicht zu kompensieren waren) zurück zu führen.

Aber mit dem Erreichten ist der Trainerstab (Drößiger/Taubert) dennoch zufrieden, wenn man bedenkt, wer in der Rückrunde zu den Spielen behaupt teilweise im Kader stand. Ein positives Zeichen war auch Julia Ohme, die nach 1 ½ Jahren Verletzung wieder in der Rückrunde die Spielfläche in den Punktspielen betreten konnte. Zudem kehrte auch Karin Lausch nach langer Verletzung ins Tor zurück.

Im Landespokal kam nach dem Viertelfinal-Einzug im letzten Jahr schon in Runde 1 das Aus. Gegen den amtierenden Landesmeister/Hallenchamp SV Hermsdorf musste sich das Team 0-6 geschlagen geben. Somit glückte den Gästen die Revance, denn im Vorjahr gewannen wir im Achtelfinale durch das Tor von Melissa Friedrich 1-0.

Jetzt ein kleiner Rückblick zur abgelaufenen Spielserie.

Am 1. Spieltag musste die Elf gleich ihre längste Auswärtsfahrt nach Lehesten antreten. Dort wurde mit einem Rumpfkader ins Spiel gegangen (Werner, Torfrau Großer, Kliemank, Förstermann, Bräuer verhindert, zudem eine handvoll Spielerinnen angeschlagen). So stand dem Trainerduo keine Torfrau zur Verfügung. Ohne zu Zögern stellte sich Patricia Schymura in die „Kiste“. Zur Halbzeit stand es 2-2, wobei man einen Rückstand in eine Führung umwandelte (Tore: Heiner und Timmig). Mitte der 2. Halbzeit kann Schymura nur per Notbremse (rote Karte) einen Angriff unterbinden. Katrin Martin (Erkältung) zieht sich die Torklamotten über, ist sogar am Ball noch dran. Am Ende der 90 Minuten stürmt selbst Katrin mit, doch das Team muss sich 2-3 geschlagen geben. Gerade in der Partie hat das Team gezeigt, das jede für jede kämpft und es eine Einheit ist.

Gleich am 2. Spieltag kam der letztjährige Staffelmeister Motor Altenburg ins Stadion „Am Steg“. Nach einer überlegenen ersten Halbzeit führte unsere Elf verdient mit 3-0 (Tore: Timmig, Muncke, Eigentor). Außerdem wurden zahlreiche Chancen liegen gelassen. Die „Motor-Damen“ kamen zwar noch auf 2-3 heran, doch das änderte nichts am Sieg.

Das Spiel in Pöllwitz wurde dann verlegt.

Zum nächsten Heimspiel begrüßten wir das Schlusslicht der Saison 2007/2008 den SV Münchenbernsdorf. Diese hatten zu zehnt nicht den Hauch einer Chance und wurden mit 19-0 (10-0) aus dem Stadion gefegt. Die zur Halbzeit ausgewechselte Sarah-Maria Steppe (17 Jahre) deutete mit fünf Vorlagen an, wie wertvoll sie jetzt schon für das Team ist. Sie ersetzte im zentralen Mittelfeld Spielmacherin Denise Werner, die mit einer Erkältung auf der Tribüne saß. Erfolgreichste Torschützin bei Torefestival war Josefine Reichmann mit fünf Treffern. In den Schlussminuten kehrte nach langer Verletzung Karin Lausch ins Tor zurück. Die etamäßige Torfrau Stephanie Großer versuchte sich als Stürmerin, ihr gelangen sogar zwei Tore.

Am nächsten Spieltag stand das Derby bei der Regionalliga-Reserve des 1. FC Gera 03 an. Auf diese Begegnung waren alle Mädels „heiß“. Vor dem Spiel musste Stephanie Großer ins Krankenlazarett, den Posten im Tor übernahm Karin Lausch (ihr erster Einsatz über 90 Minuten nach langer Verletzung). Das Derbys ihre eigenen Gesetze haben, war von Anfang klar. Tabellensituationen sind da egal. Eine Spielerin freute sich extrem auf das Spiel: Katrin Martin, die vor der Saison von „03“ zu uns gewechselt ist. Sie wird noch „Reden“ von sich machen. Nach überlegenen 30 Minuten kam der große Auftritt von Alexandra Kliemank (die heute die Beste in den Süd-Farben war). Einen Freistoß kann sie versenken, dachten alle. Doch weit gefehlt. Mit gutem Auge sah sie die frei stehende Melissa Friedrich, die überlegt die Vorlage in die Maschen setzte. Aber mitten der 1. Halbzeit reagierte Karin Lausch zweimal großartig, so blieb dem Gastgeber der Ausgleich versagt. Im zweiten Durchgang spielten nur noch wir. Doch aus der Übermacht wurden keine Tore erzielt. Doch als dann Denise Werner im Strafraum gefoult wurde, zeigte das Sprichwort: „Gefoulte sollen nicht selbst schießen“. Sie hämmerte das Ding an den Pfosten. Aber Katrin Martin erkannte die Situation, versenkte die Kugel zum 2-0. Sie war es dann auch, die nach super Zuspiel der eingewechselten Jenny Förstermann mit ihrem Doppelpack beim „Ex-Club“ für den Endstand sorgte.

Nach dem Derbysieg kam es zum Spitzenspiel gegen Spitzenreiter Phönix Oberböhmsdorf, welches leistungsgerecht 2-2 (2-1) endete. Die Süd-Elf konnte einen 0-1-Rückstand umbiegen, führte durch Tore von Josefine Reichmann (Foulelfmeter; Foul an Mille Friedrich) und Denise Werner. Nach der Halbzeit der verdiente Ausgleich der Gäste. Danach gingen wir weiter auf Vollgas, zum Glück konnte Karin Lausch die Gästeführung im großen Stile vereiteln. Fazit: Das 2-2 war auf Grund der zweiten Hälfte ein akzeptables Resultat. Leider hat unser Team heute nicht an die sonst gezeigten Leistungen anknüpfen können. Um das Saisonziel zu erreichen, müssen jetzt alle Köpfe frei geräumt werden. Einige Spielerinnen spielten weit unter Form und ließen den unbedingten Willen nicht erkennen; daher erwartet der Trainer am nächsten Spieltag beim starken SV Gräfenwarth eine absolute Trotzreaktion und drei Punkte.

Durch das Unentschieden rutschte der SV Gräfenwarth auf die „Pole-Position“. Zu jener Elf ging dann auch die Reise. Dort lieferten unsere Frauen ihr Meisterstück bis dato ab. Durch einen souveränen 4-1 (1-1)-Sieg wurde die Liga wieder spannend gemacht. Bereits nach zwei Minuten gehen wir durch einen 20-Meter-Schuss von Torjägerin Fine Reichmann in Führung. Auch vom selber „reingelegten“ Ausgleich ließen wir uns nicht unterkriegen. Nadine Kröber nutzte eine Unstimmigkeit zwischen Libera Ulrike „Lotte“ Heiner und Kapitän Maria Timmig. Wiederum Fine Reichmann brachte uns in Führung (Direktabnahme nach Kliemank-Vorbereitung). Das 3-1 gelang Alex Kliemank, hier revancierte sich Fine. Den absoluten Schlusspunkt setzte „Lotte“ Heiner, die einen Freistoß aus 44 Metern in die Gräfenwarther Maschen jagte. Fazit: Gegen Gräfenwarth muss man erst einmal auf deren Platz gewinnen. Wir haben`s wieder mal geschafft. Nach dem 3:2 in der letzten Saison steht nun sogar ein 4:1 zu Buche. Vielleicht lag es ja an der "Musik" von Xavier Naidoo. Aber hoffentlich nicht, sonst wird der Scheiß jetzt immer gespielt! Fußballer sind ja als abergläubig verschrien. Grundsätzlich können und müssen wir auf dieser Leistung aufbauen. Luft nach oben ist bei uns vorhanden, der Schwung und die nötige Lockerheit nun auch. Ganz positiv äußerte sich der Trainer über die Moral und Einsatzbereitschaft der Mannschaft, da einige Spielerinnen trotz Krankheit und Trainingsrückstand spielten, und das sehr ordentlich.

Nach dem Meisterstück in Gräfenwarth kam Rodatal Zöllnitz zu Gast. Dieses Spiel wurde auf dem Nebenplatz ausgetragen, denn der Hauptrasen war nicht bespielbar. Am Ende wurde es ein 13-0 (4-0)-Kantersieg gegen total überforderte Gäste. In Halbzeit 1 waren wir noch nicht mit der „Tor-Fortuna“ im Bunde, dennoch gelangen uns vier Treffer (Tore: Werner (2), Friedrich, Reichmann). Zur Halbzeit kam für eine gut spielende Jenny Förstermann Alex Kliemank. Bis zur 59. Minute war allerdings „Sand im Süd-Getriebe“, ehe Mia Timmig den Toreigen im 2. Durchgang eröffnete. Das 6-0 gelang Fine Reichmann (per Foulelfmeter, den sie gewohnt sicher verwandelte). Dann der große Auftritt von „Youngster“ Sarah Steppe. Vom Trainerduo in den Angriff beordert (Mille Friedrich zog sich ins Mittelfeld zurück) stahl sie allen anderen die Schau. Innerhalb von nur sechs Minuten gelang ihr ein lupenreiner Hattrick. Stark war, dass wir nach dem 9-0 nicht aufhörten, zu drücken. Denise Werner`s Solo zum 10-0, Melissa Friedrich zum 11-0, wieder Denise Werner und zum krönenden Abschluss Maria Timmig`s Tanz durch die Abwehr zum 13-0, machten das Debakel und den lupenreinen K.o. für Zöllnitz perfekt. Fazit: Der Sieg und die Höhe des Selben werden den Rest der Liga gehörig aufhorchen lassen. Mit dieser Einstellung und dem spielerischen Potential kann die Auswärtsfahrt am nächsten Sonnabend nach Pöllwitz frohen Mutes angetreten werden. Teammanager Drößiger: Ich habe mir einen Sieg gewünscht und auch gefordert. Dass er so hoch ausfiel, dafür spreche ich jeder meiner Spielerinnen das höchste Lob aus.

Jetzt kam es zum nächsten Spitzenspiel. Zu Gast war man zum Nachholer des 3. Spieltages beim Dritten in Pöllwitz. Gegen Pöllwitz waren es immer enge Spiele, so geschah es auch wieder. Doch einfach wird es für unsere Elf nicht. Mit Förstermann, Schäfer und Friedrich (alle beruflich verhindert), Martin und Ohme verletzt fallen allein fünf Spielerinnen aus. Doch die Elf, die in Pöllwitz antrat, hat auch so genug Potenzial. Vor der Abwehr spielte zum ersten Mal Tina Förster, dafür durfte sich Bea Muncke im rechten Mittelfeld beweisen, da „Rohdiamant“ Sarah Steppe mit Erkältung ausfiel. So saß nur „Oldie“ Elke Bräuer auf der Bank. Bei miesem Herbstwetter, kalten Wind und Temperaturen um die 8 Grad, bestach unser Team beim 2-1 (2-0)-Sieg in Sachen Abgeklärtheit mit Note 1. „Frau des Tages“ war Goalgetterin Fine Reichmann, der ein Doppelpack gelang. Beim 1-0 spielte sie mit Denise Werner mehrere Doppelpässe und schlenzte überlegt zur Führung ein. In der Folgezeit jagten unsere Spielerinnen nur dem „Jäger im Wald“ mehrere Schrecksekunden ein. Bis zur Halbzeit hatte jedoch Fine ihr Visier wieder eingestellt und musste einen „Muster-Eckball“ von Alex Kliemank nur noch einnicken. Der 2. Durchgang wurde ein wahrer Sturmlauf der Pöllwitzerinnen, welcher mit 1-2-Anschluss beloht worden war. Danach zeigte unser Team, wie stark sie in der Defensive (allem voran Torfrau „Paris“ Großer, Libera Ulrike „Lotte“ Heiner, Kathrin Steppe, Sandra Nitschke, Mia Timmig und Tina Förster) stehen können. Die Angreiferinnen unserseits ließen Chancen zur Resultatsaufstockung in „Massen“ liegen. Großer „Wehmuts-Tropfen“ waren die Verletzungen von Mille Friedrich und Sandra Nitschke, die über einen längeren Zeitraum ausfallen werden.

Jetzt war eigentlich das letzte Punktspiel vor der Winterpause in Ranis angesagt. Dieses wurde nach zweimaligem witterungsbedingtem Ausfall auf Ostermontag verlegt.

Zum Rückrundenauftakt kam Glückauf Lehesten, dort wo man zum Saisonauftakt nach großem Kampf 2-3 verloren hatte. Mit Mini-Kader: Sandra Nitschke und Melissa Friedrich -> Langzeitverletzt; Maria Timmig und Sabine Schäfer -> Arbeitsbedingt und Melissa Cherouny -> Abiturstress wurde mit 3-0 (1-0) Revance genommen. Durch die verletzungsbedingte Ausdünnung des Kaders und der Abgang von Bea Muncke war Torfrau „Paris“ Großer als Feldspielerin gefragt. Für sie rückte Karin Lausch in der Rückrunde zwischen die Pfosten. Um eins vorweg zu nehmen: Gewonnen, Revanche für die Hinspiel-Niederlage genommen, Spiel kontrolliert, Julia Ohme wieder am Kader dran, niemand ernsthaft verletzt und endlich wieder Fußball gespielt, das alles bleibt unter dem Strich stehen. Beim 1-0 stand Fine Reichmann goldrichtig, als ein Pressschlag im Tor landete. Den zweiten Durchgang eröffneten die Gäste mit einem Pfostenschuss. Dann starteten wir das Powerplay. Stephanie Großer und Fine Reichmann stellten den Endstand her.

Zum einem neuerlichen Spitzenspiel ging es danach nach Altenburg. Das Spiel wurde nicht auf dem gut bespielbaren Rasenplatz, sondern auf dem Hartplatz angepfiffen. Gegen zehn Altenburgerinnen, ging es von Anbeginn richtig zur Sache. In den letzten zwei Jahren scheinen sich da wohl einige Rivalitäten angestaut haben. Zur großen Verwunderung lag ein Freistoß nach 10 Minuten zum 1-0 im Netz von Karin Lausch, die nicht ganz unschuldig war. Der nächste spielerische Höhepunkt wird so auch erst in der Minute vor der Pause gesetzt. Leider ein Negativer aus unserer Sicht. Sabine Goller startet ein Solo, wird nicht konsequent und endgültig angegriffen und schiebt so fast unbedrängt zum 2-0 ein. Nach Chancen der Platzherrinnen (54., 55., 65., 89.) können wir uns auch bei unserer Torfrau bedanken, die oft mit letztem körperlichen Einsatz rettete. Danach bestachen wir in 100%-tige Chancen, die ausgelassen wurden. Bei aller gebotenen Sachlichkeit in der Analyse muss man auch die Spielleitung in die Kritik mit einbeziehen. Die Leistung heute war von „Unparteiisch" so weit entfernt wie Ulan-Bator von Washington. Es geht nicht darum, die Schuld an der Niederlage abzuwälzen. Die haben wir uns selbst eingefangen. Nur ist es bedenklich, bei Fouls mit zweierlei Maß zu messen und somit den Spielerinnen eine Blockade in die Köpfe zu setzen. Hier sollte doch dringend über die Bedeutung des Wortes „Unparteiisch" nachgedacht werden.

Nach der Niederlage kam es zum Nachholer beim TSV 1860 Ranis. Mit einem Sieg konnte nachträglich die „Herbstmeisterschaft“ errungen werden. Endlich haben wir es hinter uns. Im dritten Anlauf konnte an die Partie des 9. Spieltages (30.11.2008) ein Haken gemacht werden. Nach dem Ausrutscher vor zwei Wochen in Altenburg gaben die Frauen vom Steg die richtige Antwort und bezwangen Ranis doch recht deutlich. Vielleicht half dabei ja auch die Spielbeobachtung der Raniser bei Gera 03 am vergangenen Wochenende… Ohne Lotte Heiner und Stephanie Großer angereist, begannen wir gewohnt druckvoll. Bereits nach einer Minute landete der Ball von Denise Werner am Pfosten. Katrin Martin machte es besser und traf nach mustergültiger Vorarbeit zum 1-0. Die Freude währte nur kurz. Nach einer Unsicherheit von Karin Lausch kam der Gastgeber zum Ausgleich. Die Führung ermöglichte Denise Werner, die einen Freistoß direkt auf Alex Kliemank passte. Alex Kliemank spielte heute Libera, mit allen Freiheiten nach vorne. Bis zur Halbzeit trafen noch Werner und Sarah Steppe, bei einem Gegentor von Grit Fleischer, bei der Lausch eine Teilschuld trifft. Sarah Steppe eröffnete in Halbzeit 2 den Toreigen zum fünften Süd-Tor. Das 6. Tor gelang Fine Reichmann (Handelfmeter und Rote Karte für Ranis). Der Rest war ein Auslassen von Chancen auf ein höheres Ergebnis.

71. Solo Denise Werner, Torfrau klärt

73. dito

74. Distanzschuss Fine Reichmann

78. Mia Timmig rechts vorbei

80. Freistoß Denise Werner, gaaaaaanz knapp rechts vorbei

84. Fine Reichmann allein vor der Torfrau, wird umgerissen, kein Pfiff

Den Schlusspunkt setzte die stärkste Geraerin an diesem Tage – Denise Werner. Fazit: Das sollte vom Spiel erwähnt werden:

1. Wir hatten eindeutig die bessere Fitness.

2. Wir waren eindeutig präsenter im Spiel mit und ohne Ball.

3. Wir haben heute eindeutig das Spiel kontrolliert und nicht aus der Hand gegeben.

4. Wir hatten heute eindeutig die größere individuelle Klasse in unseren Reihen.

5. Wir wollten heute eindeutig diese drei Punkte.

Zum Heimspiel wurde dann Pöllwitz erwartet, die aber nicht antraten. Der Staffelleiter Rolf Kraft (Münchenbernsdorf) wertete das Spiel 2-0 für uns.

Jetzt kam es zum vorgezogenen Spitzenspiel in Oberböhmsdorf. Nach desolater Leistung wurde völlig verdient 0-7 (0-2) an der Schleizer Rennstrecke verloren. Ein erwartet schweres Spiel wuchs sich zu einer Katastrophe aus. Gegen überlegene Gastgeberinnen kamen wir nicht nur unter die Räder, wir wurden mehrmals überrollt - vor und zurück und noch mal drüber.

Um es kurz zu machen, hier die Tore in ihrer Entstehung:

1-0 Befreiungsschlag, Torwartfehler

2-0 ein verdammt nach Abseits stinkendes Tor

3-0 Solo ohne nennenswerte Gegenwehr

4-0 Ecke, unbedrängter Kopfball

5-0 Abwehrfehler, eingeschoben

6-0 Ecke, Tor

7-0 Schuss ohne Gegenwehr

Die Rand-Schleizerinnen zogen uns den Zahn, indem sie kompromisslos in die Zweikämpfe gingen und die Bälle hinten heraus ebenso kompromisslos klärten. Zudem musste nach 54 Minuten Ulrike Heiner mit Roter Karte den Platz verlassen. Eine Notbremse wertete Schiedsrichter Steffen Läsker als grobes Foulspiel, was „Lotte“ drei Spiele Sperre einbrachte. Mille Friedrich (nach Verletzung von Anfang an aufgeboten) übernahm den Posten der Libera. Wir hatten in diesem Spiel acht Chancen, die zu Toren führen müssen. Wahrscheinlich wäre es dann 8:7 oder 7:6 für uns ausgegangen. Leider klebte das Pech an diesem Tag unlöslich an unseren Schuhen. Man sollte es nicht falsch verstehen; gekämpft haben alle bravourös, nur waren die Gastgeberinnen heute eine Hutnummer zu groß für uns.

„Oberböhmsdorf 07“ war raus aus den Köpfen. Nun wurde die „03-Reserve“ zum Rückspiel erwartet. Einzig über die Höhe des 4-1 (3-0)-Sieges kann man heute die Stirn ein wenig in Falten legen. Sonst war der Vormittag perfekt. Der Fußball-Gott hatte seinen Fachgebietsleiter Wetter hervorragend eingestellt. Fast ein wenig zu gut… Alles Bestens! Selbst die Ausfälle von Lotte Heiner, Mia Timmig und Katrin Martin schreckten uns nicht. Bestens startete auch der Süd-Express. Fast schon gewohnt wurde von Beginn an Dampf gemacht. Vierte Minute, Alex Kliemank flankt, Sarah Steppe schießt quer. Und zwar vom rechten Eck des 16er`s ins linke Toreck zum 1-0. In der 10. kam Denise Werner dem Gäste-Kasten gefährlich nahe und wurde im Kampf um den Ball umgerissen. Schiri Poschart zeigte großes Fingerspitzengefühl und nur auf den Punkt. Fine Reichmann versenkte den Elfer trocken und mit einer ihr eigenen Portion jugendlicher Unbekümmertheit rechts zum 2-0 (11.). Jenny Förstermann spielt einen unnötigen Rückpass auf Mille Friedrich (heute Libera), die säbelt vorbei und ermöglicht Petra Wendler so einen Sololauf. Auf und fort, schießt die aber zu unserem Glück Karin Lausch an. Der scharf getretene von Alex Kliemank Schuss aus 30 Metern rutscht der Keeperin durch die Beine – 3-0 für Süd (31.). O-Ton Alex „Blauauge“ Köchel: „Ganz großes Kino!“ Jenny Förstermann, die sich noch in der ersten Hälfte auf sehr hohes Niveau gesteigert hatte, bediente Fine mit einem Traumpass. O-Ton Reichmann: „Ich hab gesehen, dass die Torfrau rauskommt und dadurch das lange Eck frei ist.“ Genau dahin platzierte sie ihren Schuss und es stand 4-0 (59.). Die wieder einmal stark spielende Alex Kliemank wurde in der 70. von Oberschenkel- und Wadenkrämpfen gepeinigt und musste erst einmal raus. Mit zehn Spielerinnen ging es zu Ende.

Zum Rückspiel kam nun der SV Gräfenwarth ins Stadion „Am Steg“. Vor dem Spiel kam die nächste negative Botschaft. Unsere Toptorjägerin Fine Reichmann fällt bis Saisonende aus. Eine unglückliche 1-3-Niederlage stand am Ende zu Buche. Gegen Ende der Saison geht uns wohl die Luft aus. Mit elf Spielerinnen gerade so komplett, wussten alle, dass das Spiel wohl kein Selbstläufer werden wird. Eigentlich begann alles wie immer. Nach kurzer Abtast-Phase erspielten wir uns unsere Chancen. Sarah Steppe traf in der 10. aus linker Position nur die Querlatte und vergab 120 Sekunden später aus nächster Nähe eine klare Chance. Wieder 60 Sekunden später konnte Mille Friedrich mit ihrem harmlosen Schuss keinen Jubel auf der Gastgeber-Bank auslösen. Das Pech blieb uns heute ein treuer Weggefährte und schaute bei fast jedem mal vorbei. Als nächstes bekam Alex Kliemank Besuch. Ihr Foul-Freistoß klatschte in der 16. an die Unterseite des Querbalkens und sprang zur Torfrau. Wie gesagt, alles wie immer. Wir drücken, bekommen aber das Runde nicht ins Eckige. Da die Gastspielerinnen nicht bis gar nicht an unserer sicher stehenden Abwehr um Libera Alex Kliemank vorbeikamen, jagte J. Boxhorn den Ball einfach mal aus der Ferne in Richtung Süd-Tor. Leider ebnete Karin Lausch mit dem folgenden Fehler den Gästen den Weg zu den drei Punkten. Der hohe Ball fiel wie ein Stein herab; da Karin aber wieder nicht in die Höhe sprang und nur die Handflächen zu Hilfe nahm, rutschte der Ball über die Finger ins Netz (38.). Nach 57 Minuten erzielte Gräfenwarth das 0-2. Danach endlich die Belohnung. Die dabei unermüdliche Denise Werner wurde in der 60. zum x-ten Mal gefoult. Den fälligen Freistoss trat in Vertretung der gesperrten Lotte Heiner wieder Alex Kliemank. Diesmal hatte die Pechmarie weggeschaut und so schlug der Freistoss nach etwa 22 Metern Weg zum Anschlusstreffer ein. Nach einem Diagonal-Pass von links nach rechts in die Spitze netzte wieder S. Kunte mit einem satten Schuss mitten in unser Herz zum 1:3 ein. Völlig platt, wehrten wir uns nach besten, noch verbliebenen Kräften. Sportfreund Drößiger sprach seinen Schützlingen nach dem Spiel ein Lob dafür aus, das nie aufgegeben wurde. Jeder hatte sich gegen die Niederlage gestemmt und bravourös gekämpft. Heute war das Pech aber unser Gast und die Gräfenwartherinnen profitierten davon.

Zum Rückspiel ging die Reise zum letzten Auswärtsspiel der Saison nach Zöllnitz. Mit einer überragenden Libera Alex Kliemank gelang ein souveräner 5-0-Sieg. Drei Tore davon wurden mit dem Kopf erzielt. Die heute mit einem 1A-Spiel aufwartende Alex Kliemank trat eine Ecke, welche aus einem Strafraumknäuel heraus zu Denise Werner geklärt wurde. Deren Nachschuss saß und wir führten 1-0. Mehr passierte im 1. Durchgang nicht, außer wie immer Chancen vergeben wurden. Die mittlerweile eingewechselte Jenni Förstermann sorgte nun für Schwung und Elan auf der rechten Seite. Dabei bewiesen Trainer Taubert und Teammanager Drößiger ihr gutes Zusammenspiel. Beim Freistoß von Alex Kliemank in der 62. beorderte der Teammanager Jenni in die freie Lücke an der Strafraumgrenze. Genau dahin segelte die Kunststoffkugel, Jenni brauchte nur noch, allein und ungedeckt, zum 2-0 einzuköpfen. Alles richtig gemacht, klug eingewechselt und mit Auge auf die richtige Position beordert. Sarah Steppe leitete das 3-0 ein. Nach einem Solo-Lauf scheiterte sie an der Torfrau, den Abpraller schlenzte „Paris“ Großer aus 20 Metern im Tor ein. Danach kam die Kliemank/Friedrich-Show. Alex Kliemank trat Standards. Eine Freistoßflanke von ihr erwartete Mille Friedrich in der 85. am zweiten Pfosten. Fast unbedrängt tropfte sie den Ball in die Maschen zum 4-0. Vier Minuten später stand Mille wieder goldrichtig bei einer Kliemank-Ecke. Wieder mit dem Kopf ließ sie Torfrau Putze keine Chance und wuchtete den Ball in die Maschen zum 5-0-Endstand. Fazit: Der Teamgeist stimmt und Niederlagen werfen uns nicht aus der Bahn. Konzentriert und mit dem nötigen Nachdruck wurde zu Werke gegangen, so entstand dieser Sieg mit Köpfchen. Drei Kopfballtore sind für uns ein Novum und sprechen auch eine deutliche Sprache für die akribische Arbeit des Trainerteams.

Zum Saisonhalai kam mit dem TSV 1860 Ranis eines der Kellerkinder. Gegen die zu zehnt angetretenen Gäste spielte man nahezu in Bestbesetzung. Nur Fine Reichmann fehlte verletzungsbedingt. „Lotte“ Heiner hatte ihre Rot-Sperre abgesessen und nahm den Posten der Libera wieder ein. Die lange verletzte Sandra Nitschke stand ebenfalls im Kader. Von Anfang an wurde Gas auf das Gäste-Gehäuse genommen. Die Gäste, in Süd-Trikots spielend, absolvierten ihre letzte Begegnung im Frauenfussball vorerst. Für die kommende Saison melden sie keine Mannschaft. Noch keine 30 Sekunden war das Spiel alt, da hatte Sarah Steppe schon das 1-0 erzielt. Bis dahin mühte sich Alex Kliemank im defensiven Mittelfeld (Alex ging trotz Magen-Darm-Virus ins Spiel). Nach 24 Minuten war ihr Arbeitstag beim Stande von 2-0 leider beendet (Eigentor). Für sie kam zu ihrem Comeback Sandra Nitschke. Den 3-0 Halbzeitstand beim 10-0-Sieg besorgte Mille Friedrich per schönen Lupfer. Wir hätten aber weitaus höher führen müssen. Was nämlich folgte, waren Chancen zuhauf und fast im Minutentakt:

28. - Denise passte auf Jenni Förstermann am 2. Pfosten – vorbei

29. – Sandra Nitschke nimmt eine Ecke direkt, drüber

30. – Kathrin Steppe-Schuss - vorbei

32. – Mille Friedrich allein vor Torfrau – Lupfer – Torfrau hält

37. – Kathrin Steppe-Schuss – gehalten

38. – Denise Werner – 100% - rechts vorbei

41. – Tina Förster schießt aus etwa 30 Metern – Lattenoberkante

Bis zur 56. Minute stand es durch Tore von Stephanie Großer, Mille Friedrich und zweimal Denise Werner 7-0. Einen Vorlagenpunkt heimste dann Mille ein, ihre Flanke wurde in ein Eigentor umgemünzt. Die letzten beiden Tore schoss heute unsere beste Spielerin Denise Werner. Fazit: Ein überzeugender Sieg gegen Raniserinnen, die ihr Bestes taten, kann heute verbucht werden. Einzig an der Chancenverwertung muss noch justiert werden. Ansonsten war es ein Spiel, wie man es sich wünscht. Laufbereitschaft, Kampf und Druck waren immer vorhanden, der Gegner wurde beherrscht und das eigene Spiel durchgesetzt. Natürlich war es heute kein Gegner, der einem alles abfordert. Betrachtet man es aber aus Sicht der Trainer, muss man konstatieren, dass die Mannschaft diszipliniert spielte und die Trainingsinhalte sehr gut umsetzte.

Fazit der Saison:

Die Saison ist vorbei und es bleibt trotz des Sieges ein leicht schaler Geschmack zurück. Das gesteckte Saisonziel Staffelsieg wurde leider verfehlt. Als Tabellen-Zweiter ins Ziel gekommen, war es nicht ganz so wie erwartet. Trotz allem kann man dieser Mannschaft nur Komplimente aussprechen. Torgefahr aus allen Reihen, Aufstehen nach Niederlagen, Schließen von personellen Lücken und bedingungsloses Kämpfen sind nur wenige von vielen Pluspunkten, die diese Mannschaft so besonders macht. Nicht nur als Zweckgemeinschaft versteht sich dieses Team; es hat Spaß aneinander und am Fußball sowieso.

Aber es muss ja auch noch Steigerungsmöglichkeiten geben. Daher ist dieser 2. Platz vielleicht Ansporn für Größeres.

Gegen die Spitzenteams wurde zu Hause immer stark gespielt (Altenburg 3-2, Oberböhmsdorf 2-2). Gegen Gräfenwarth unglücklich verloren. Aber auswärts konnte die gewohnte Sicherheit nicht gewonnen werden und daher zu recht verloren. Bis auf das Meisterstück in Gräfenwarth (4-1-Sieg), was zweifelsohne das beste Saisonspiel war. Die anderen Mannschaften bis auf Lehesten wurden allesamt zweimal bezwungen. Gegen die „03-Reserve“ wurde souverän gespielt (3-0; 4-1). Unsere Torfabrik kam in den Spielen gegen Zöllnitz (13-0; 5-0) und Ranis (7-2; 10-0) bei 35 Toren richtig zur Geltung. Nimmt man die 19 Tore von Münchenbernsdorf hinzu, stellen wir 80 erzielten Toren mit Abstand den besten Angriff der Liga. 24 Gegentore sind eindeutig zuviel, den Namen für die beste Defensive vermasselte uns das 0-7 in Oberböhmsdorf.

Ein besondere Dank gilt es dem Vorstand unseres Vereines zu sagen, die finanziell dafür sorgten, dass die Saison gespielt werden konnte.

Noch ein größeres Dankeschön kommt vom gesamten Frauenteam (Spieler, Fans und Trainerstab) an Oliver Möckel, der immerfür sensationelle Spielberichte sorgte..

Statistik:


Eingesetzte Spielerinnen:

Tina Förster (16 Spiele/0 Tore); Kathrin Steppe (16/1); Sarah-Maria Steppe (15/7); Denise Werner (14/13); Melissa Friedrich (13/9); Stephanie Großer (13/5); Josefine Reichmann (13/17); Maria Timmig (13/5); Ulrike Heiner (12/3); Alexandra Kliemank (12/6); Karin Lausch (12/0); Jennifer Förstermann (11/2); Beatrice Muncke (8/4); Elke Bräuer (8/0); Sandra Nitschke (8/0); Katrin Martin (7/3); Julia Ohme (7/0); Melissa Cherouny (4/0); Lisa Bachmann (1/0) und Patricia Schymura (1/0)


Vorlagen:

Alexandra Kliemank (15); Denise Werner (14); Josefine Reichmann (10); Melissa Friedrich (7); Sarah-Maria Steppe (7); Maria Timmig (5); Jennifer Förstermann (4); Ulrike Heiner (3); Stephanie Großer (3); Beatrice Muncke (3); Kathrin Steppe (3); Elke Bräuer (1) und Julia Ohme (1)


Gelbe Karten:

Ulrike Heiner (2); Melissa Friedrich (1); Jennifer Förstermann (1) und Denise Werner (1)


Rote Karten:

Patricia Schymura (1 Spiel Sperre) und Ulrike Heiner (3 Spiele Sperre).

 

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